Dienstag, 26. August 2008

Kinderfreizeit in Jardelund

Ich hatte ganz vergessen, wie schön es ist. Als Kind war ich oft dabei, bei den Kinderfreizeiten auf Klattis Bauernhof. Dann bin ich irgendwann mal selber nach Jardelund gezogen und war mit 17 Jahren Mitarbeiter auf der Freizeit. Nun 10 Jahre später war ich endlich mal wieder dabei. Jeden morgen habe ich mit den Kindern einen Siegertyp unter die Lupe genommen. Das war spannend. Das besondere dieser Freizeit war, das wir viele Kinder aus Westerland dabei hatten, die aus sozial-schwachen und problematischen Familienhintergründen kommen. Das Jugendamt hat es ermöglicht, dass sie mitkommen konnten. Zugegeben, sie waren nicht immer einfach und haben auch mich desöfteren herausgefordert, mich ganz auf sie einzulassen und geduldig zu sein. Aber wenn ich dann am Ende der Woche auf Begegnungen und Erzählungen mit den Kindern zurückblicken kann, bei denen ich gemerkt habe, die Kinder sind ein Stück weiter und glücklicher im Leben geworden, dann ist das ein echter Segen.
Die klassische Treckerfahrt und der Ausflug nach Sommerland-Syd durften natürlich auch nicht fehlen. Ein Kind habe ich wohl zu sehr ermutigt: Ich habe es mehr oder weniger überredet mit mit in das King-Kong Karussel zu gehen. Kurz vor der letzten Runde war es dann zu viel: Das Frühstück kam hoch und bedeckte den Boden des Karussels. Das tat mir wirklich leid. Aber wie Kinder so sind, nach 5 Minuten Pause und einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche ging es weiter.

Montag, 4. August 2008

dive deeper

Seit gestern Abend bin ich zurück vom Weltjugendtreffen der Baptisten in Leipzig. Erschöpft, aber erfüllt mit nachhaltigen Eindrücken bin ich wieder in Elstal angekommen. Über 6000 Jugendliche aus über 85 verschiedenen Ländern sind zusammen gekommen, um gemeinsam tiefer in Gemeinschaft und Glauben einzutauchen. Das ist gelungen. Geniale Begegnung, extrem viel Spaß (hatten wir auf unserer kleinen "crazy stage" im Sport & Funpark, auf der wir jeden Tag abgefahrene Spiele mit den Jugendlichen gespielt haben) und eindrückliche Zeiten, in denen wir gemeinsam Gott gefeiert und auf sein Wort gehört haben.
Höhepunkt für mich war der Abend mit Shane Claiborne (Vielleicht bekannt, durch sein Buch: Ich muss verrückt sein, so zu leben). Sehr bewegend und provozierend hat er uns herausgefordert, tiefer in die Gerechtigkeit Gottes, als sein Herzensanliegen für diese Welt, einzutauchen. Shane selbst lebt, inspiriert durch ein Praktikum beim Mutter Theresa, einen sehr alternativen Lebensstil in Philadelphia. Hier eine seiner vielen kleinen Beispielgeschichten: Inspiriert vom Gedanken der Einheit und Gleichheit, haben sich an der us-amerikanischen Grenze zu Mexiko auf beiden Seiten Christen im Internet verabredet (die beiden Länder werden von einer äußerst steng bewachten und mächtigen Grenzzaun von einander getrennt). Gemeinsam wollten die Christen der USA und aus Mexiko Gottesdienst feiern. Und so traf man sich gemeinsam am Grenzzaun: Auf der einen Seite die Christen aus den USA und auf der anderen Seite, die aus Mexiko. Trotz der Trennung des riesigen Zauns haben sie gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Auch das Abendmahl haben sie gemeinsam geteilt, in dem sie das Brot über den Zaun geworfen haben.... Dieses Bild ist mir im Kopf geblieben. Ein Bild das deutlich macht, dass es menschliche Grenzen gibt, die uns aber dennoch nicht davon abhalten können Gottes Gedanken vom Leben und Gerechtigkeit zu realisieren.

Dienstag, 18. März 2008

Mission-shaped Church

...so lautet der Name eines Berichts, den die Anglikanische Kirche in England veröffentlicht hat und Gegenstand meiner Masterarbeit war. Die erste gute Nachricht lautet: Ich habe meine Masterarbeit ungefährt seit 24h Stunden abgegeben und spüre langsam aber sicher die Erleichterung. Die zweite gute Nachricht behinhaltet dieses Buch. Mich hat die Art und Weise wie Mission-shaped Church Mission begründet und gestaltet inspiriert. Falls man man das Vorurteil gegenüber der Theologie hatte (was natürlich schade wäre), dass sie irrelvant und weltfremd sei, dann sind die missionstheologischen Überlegungen von Mission-shaped Church ein Gegenbeispiel. Beim Lesen wird man sicherlich in seinem herkömmlichen Denken herausgefordert, ich wurde es auf jeden Fall. Eine Kostprobe? Hier eine coole grundlegende Aussage: "It is not the Church of God that has a mission in the world, but the God of mission who has a Church in the world." (MSC 85) Und noch eine typisches Zitat bezüglich der Herangehensweise des Berichts: "Start with the Church and the mission will probably get lost. Start with mission and it is likely that the Church will be found." (MSC 116). Also, eine Masterarbeit, die mir sehr viel Freude gemacht hat. Ich empfehle MSC zu lesen! PS: Seit 2007 gibt es auch eine deutsche Übersetzung des Berichts: Herbst, Michael: Mission bringt Gemeinde in Form. Gemeindeplfanzungen und neue Ausdrucksformen gemeindlichen Lebens in einem sich wandelnden Kontext.

Samstag, 19. Januar 2008

mutiger Auftritt!

Durch einen Kommentar von Maze zu meinem letzten Post wurde ich auf folgenden Clip aufmerksam gemacht. Dave Sharples, Leiter des Kids Club einer Liverpooler Gemeinde, hält auf dem Parteitag der Conservative Party im letzten Jahr eine bewegende Rede. "Der Typ hat selber nichts mit den Convervatives oder Politik am Hut, aber irgendso ein MP war ganz angetan von seiner Arbeit u. dann hat Dave eine 6 Min. Rede halten dürfen. Kann ich nur empfehlen mal anzuhören, nicht nur wegen des abgefahrenen Liverpooler Akzents ;)." Zitat Maze


Donnerstag, 17. Januar 2008

Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar

Heute Abend erinnerte mich ein Pastor daran, dass unterlassene Hilfeleistung ein entscheidenen Paragraph im Strafgesetzbuch darstellt. Bei uns im Theologischen Seminar hatten wir heute eine Vorlesung zum Thema Gemeinde & Politik. Dabei stellte sich die interessante Frage: Warum sind wir als Kirchen in der Gesellschaft mehr bekannt für das, was wir ablehnen, als für das, was wir wertschätzen? Ich glaube die Innenorientierung der meisten Gemeinden ist sehr gut strukturiert und ausgebaut, und das zu recht. Doch an der Außenorientierung mangelt es oft. Wie wäre es zum Beispiel in der Gemeindeleitung ein "Diakon für die Stadt" einzusetzen. Also eine Person, dessen Aufgabe es ist den Blick und den Kontakt nur zur Stadt zu haben: Mit den lokalen Politikern in Kontakt stehen, die Brennpunkte der Stadt wahrnehmen etc. Gott sagt zu unseren Mitmenschen in der Stadt: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben!"

Sonntag, 13. Januar 2008

Besuch bei ICF Berlin

Gemeindegründung – so lautet das Thema eines Seminar, das ich gerade am ThS-Elstal besuche. Theoretisch, aber auch sehr praktisch, machen wir uns Gedanken, was Gemeindegründung ist und wie das konkret aussehen kann. Dazu besuchen wir auch zahlreiche Gemeindegründungsprojekte in Berlin. Heute stand ICF (international christian fellowship) auf dem Plan.

Ich war begeistert. ICF ist eine Gemeinde die am Puls der Zeit leben will. Nein, nicht völlig abgehoben und nur visionär, sondern ganz normal. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, wurde geistlich herausgefordert und durch ihre Art Kirche zu gestalten inspiriert. Ein Satz der mir besonders im Nachgespräch mit den Pastoren hängen geblieben ist lautet: „Veränderung werden immer zusammen mit Werten vermittelt.“ Es geht ihnen also nicht nur darum alles anders oder auch besser zu machen, sondern die Form kommt immer nach dem Inhalt. Anders gesagt: Die Form dient nur den Inhalt noch besser herauskommen zu lassen. Das ist doch einmal eine Perspektive Veränderungen und Umstrukturierungen in der Gemeinde vorzunehmen. Let´s rock!

Donnerstag, 10. Januar 2008

Helgoland Teil I


Helgoland (niederdeutsch für Heiliges Land, friesisch und Halunder (Deät) Lun bzw. Hålilönj, englisch Heligoland) ist Deutschlands am weitesten vom Festland entfernte Nordsee-Insel.

Helgoland hat sich zum Zauberwort entwickelt. Mein neues zu Hause, meine neue Gemeinde und meine neue Arbeitsstelle verbirgt sich hinter dem Namen dieser schönen Nordseeinsel. Dass Helgoland im Niederdeutschen für Heiliges Land steht, verstehe ich mal als ein kleine Prophetie. Alles sieht vielversprechend aus, wir haben gute Eindrücke und sind gespannt, wie es weiter geht. Bald gibt es mehr aus Helgoland.

Freitag, 3. August 2007

eine Art Nachtrag!

Am 21.07. hat mein sehr guter Freund Emi seine Frau Damaris geheiratet. Es war eine sehr schöne Hochzeit und die beiden sind ein wirklich tolles Paar.
Meine Wenigkeit hatte verschiedene Funktionen auf diesem grandiosen Fest. Zunächst bin ich der Trauzeuge und damit 'Mädchen für alles'. Außerdem durfte ich zur jeder vollen Stunde auf den Stuhl steigen und mich als krähender Hahn zum Affen machen. Allerdings war es mit eine große Ehre, meine allererste Traupredigt den beiden in ihrem Traugottesdienst zu widmen. Das war schon etwas Besonderes für mich.
Alles ist gut gelaufen, den beiden geht es auf Gran Canaria richtig gut und lassen sich von dem Feuer nicht stören. So muss es auch sein in den Flitterwochen: Die Aufmerksamkeit gehört ganz dem Partner...


Sonntag, 24. Juni 2007

Freiheit für Tibet

am Freitag habe ich als Teil einer Exkursion ein tibetisch-buddhistisches Zentrum in Berlin-Mitte besucht. Sehr interessant. Unser Gastgeber, ein ehemaliger Mönch, der viele Jahre selber im Tibet und Indien lebte, hat uns eine intensive Einführung in den Buddhismus gegeben. Beeindruckend am Buddhismus finde ich die Konzentrationsübungen, durch die man die Wirklichkeit anders oder auch besser wahrnimmt. Sicherlich eine gute Technik, um mal einige andere Eindrücke über sein eigenes Leben und seiner Umwelt zu bekommen. Dennoch blieben gerade für den Alltag einige Fragen offen. z.B.: Die typisch menschliche Erfahrung des Leids schien nicht wirklich aufgegriffen und respektiert zu werden bzw. es wurde keine wirkliche Perspektive für solche Erfahrungen vermittelt. Gleichwohl war es ein Besuch, der mich sicherlich bereichert hat.

Montag, 18. Juni 2007

töten war so leicht geworden wie trinken

"Jeder Mensch auf der Welt sollte dieses Buch lesen. Nicht wegen der umfassenbaren Geschichte und auch nicht, weil es so herausragend gut geschrieben ist. Wir alle sollten es lesen als eine Lektion, was es bedeutet, Mensch zu sein" Washington Post.
GOTT SEI DANK lebe ich in Deutschland. Ishmael Beah ist nur ein Jahr älter als ich. Als Kindersoldat in Sierra Leone wird er Opfer und Täter des Bürgerkrieges zugleich. Seine Geschichte ist prägend. Lange habe ich kein Buch mehr so intensiv gelesen. Zum Teil war das was ich las absolut abscheulich und ich wollte nur schnell drüber lesen, damit ich mir die Bilder möglichst nicht einprägte. Oft legte ich das Buch für ein paar Minuten zur Seite und musste verarbeiten. "Rückkehr ins Leben" ist auf jeden Fall Horizont erweiternd und sehr empfehlenswert, aber es ist auch grausam. Man sollte sich überlegen, ob man sich damit auseinandersetzen möchte oder nicht.
Mich hat die Geschichte von Ishmael Beah dankbar gemacht für die Werte, die in mein Leben durch Erziehung und Umwelt hineingelegt worden sind. Bei uns in B-Spandau wurde letztens ein Mann wegen Zivilcourage am Badestrand tödlich erstochen, in Palästina kämpft das eigene Volk gegeneinander und in Sierra Leone töten 12 Jährige. Das macht mir manchmal Angst. Daher bin ich dankbar für die Prägung in meinem Leben sich immer gegen Krieg und Gewalt auszusprechen.